Drei Dinge, die bleiben, und ein Junge, der verschwindet

von Silvio T. Kretschmer
Regie: Brigitte Dethier
Premiere am 24/04/2027
Studio Wiesendamm
Eine Person mit braunen Haaren und Schnurrbart schaut gerade in die Kamera. Sie scheint in einer blauen Flüssigkeit zu versinken oder aus ihr aufzutauchen. Außerdem trägt sie ein pinkes Oberteil.

Keine aktuellen Termine

Sie war schon immer da, die Faszination für das Verschwinden: Dinosaurier, Treibsand, das Bermudadreieck. Sich in Luft aufzulösen wird zur Wunschvorstellung, wenn man im eigenen Leben nicht sein darf, wer man ist.

In der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas aufzuwachsen, bedeutet für ihn klare Regeln und Pflichten. Versammlung. Bibelstudium. Gebet. Sein erwachendes schwules Begehren hat dort keinen Platz. Und diesem nach zugeben bedeutet unweigerlich den Ausschluss aus der Gemeinschaft und die Abkehr von allem, was er kennt und liebt. So begleitet ihn das Ringen mit der eigenen Identität vom Kindesalter über die abenteuerliche Zeit an der Schauspielschule bis ins Erwachsenenleben. Und als wäre das eine Geheimnis nicht schon genug, gefährdet die Wahrheit über die eigene Herkunft irgendwann die so wichtige Beziehung zu seiner großen Liebe. Es scheint, als würde sich selbst zu finden auch immer bedeuten, alles zu verlieren. Und so bleibt er bestehen, der Wunsch, einfach zu verschwinden.

Silvio T. Kretschmer legt mit seinem Debüt als Dramatiker ein beeindruckendes Stück queerer Coming-of-Age-Literatur vor. Kraftvoll und sensibel erzählt er von der Schwierigkeit, angst frei und gegen alle Widerstände für sich selbst einzustehen. Die Uraufführung am Jungen SchauSpielHaus entsteht als einfühlsamer Monolog, in dem der Schauspieler und Autor selbst auf der Bühne steht. Eine inspirierende Geschichte über Selbstfindung und Emanzipation.

Empfohlen für die Klassenstufen 10-13

Unterstützt durch die Freunde des Deutschen Schauspielhauses e. V.

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