Geschichte des Jungen SchauSpielHauses

Das Bild zeigt das Gebäude des Jungen Schauspielhauses in Barmbek. Es ist ein roter, länglicher Klinkerbau. In hellgrünen Buchstaben steht Junges Schauspielhaus an der Fassade.

Gründung 2005

Das Junge SchauSpielHaus wird 2005 von Friedrich Schirmer, dem Intendanten des Deutschen SchauSpielHauses, bei dessen Amtsantritt gegründet. Mit der künstlerischen Leitung der neuen Sparte beauftragt er den Regisseur Klaus Schumacher, der die erste Spielzeit mit seiner Inszenierung Mutter Afrika von Ad de Bont eröffnet und das Junge SchauSpielHaus seither leitet. Das Vorhaben von Klaus Schumacher und seinem Team: Theater für junges Publikum auf hohem künstlerischen Niveau mit einem eigenen Ensemble zu machen. Von Anfang an darf sich das Junge SchauSpielHaus eines großen Zuspruchs erfreuen. Als erste fünf Schauspieler*innen werden Hermann Book, Konradin Kunze, Julia Nachtmann, Christine Ochsenhofer und Martin Wolf engagiert. Seitdem haben zahlreiche Schauspieler*innen fest und als Gäst*innen am Jungen SchauSpielHaus gespielt und es maßgeblich geprägt. Bis heute gehören Christine Ochsenhofer und Hermann Book zum Ensemble. Auch Ausstattungsleiterin Katrin Plötzky ist seit Beginn Teil des Teams.

MalerSaal und RangFoyer 2005-2013

In den ersten acht Spielzeiten bespielt das Junge SchauSpielHaus den MalerSaal und das RangFoyer im SchauSpielHaus an der Kirchenallee. Es entsteht ein Repertoire, das auch überregional Aufmerksamkeit erregt: In den ersten Jahren werden drei Produktionen mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST und die Regisseure Klaus Schumacher und Alexander Riemenschneider mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares ausgezeichnet. Das Junge SchauSpielHaus wird auf Gastspiele zwischen Ankara und Zürich eingeladen. Und das Team wächst weiter: Das Ensemble wird um eine sechste Stelle erweitert und Stanislava Jević kommt als feste Dramaturgin hinzu. Prägende Regisseur*innen in dieser Zeit sind Barbara Bürk, Theo Fransz, Gertrud Pigor, Alexander Riemenschneider und Daniel Wahl. 2008 kommt im RangFoyer ein Stück zur Premiere, das seither Teil des Repertoires und somit die meistgespielte Produktion ist: Ein Schaf fürs Leben in der Regie von Gertrud Pigor. 

Gaußstraße 2013-2017

Zu Beginn der Intendanz von Karin Beier am Deutschen SchauSpielHaus bezieht das Junge SchauSpielHaus in der Spielzeit 2013/14 das Theaterquartier in der Gaußstraße 190 in Altona. Hier können die Bühne und das Glashausfoyer bespielt werden. Eine Herausforderung des Spielortes sind, sowohl für das Ensemble als auch für das Publikum, die sechs Säulen im Bühnen- und Zuschauerraum. Das Junge SchauSpielHaus erhält mit Mathias Wendelin einen organisatorischen Leiter und ein eigenes Technikteam unter der Leitung von Jakob Funk.

In den Altonaer Jahren entstehen weitere prägende Inszenierungen, u. a. Der Zauberer von Oz (R: Barbara Bürk), Supergute Tage (R: Klaus Schumacher), Ein Sommernachtstraum (R: Clara Weyde) und die Site-specific-Arbeit Signs & Wunder (R: Martin Thamm und Jürgen Salzmann).

2017 wird ein neuer Spielort gesucht. In der Übergangszeit wird kurzfristig der MalerSaal des Deutschen SchauSpielHauses, das Thalia Gaußstraße, und die opera stabile der Hamburgischen Staatsoper bespielt.

Große ProbeBühne 2018-2021

Im Januar 2018 zieht das Junge SchauSpielHaus zurück an die Kirchenallee: Nach dem Umbau der Großen ProbeBühne im 5. Stock des SchauSpielHauses steht diese nun als Spielstätte zur Verfügung, auch im RangFoyer finden Vorstellungen statt. In dieser Zeit kommen u. a. Tiere im Hotel (R: Gertrud Pigor), Ellbogen und Extrem laut und unglaublich nah, beide in der Regie von Alexander Riemenschneider, sowie Antigone (R: Anne Bader) und Die Mitte der Welt (R: Moritz Franz Beichl) zur Premiere. Zwischen März 2020 und Juni 2021 wird der Spiel- und Probenbetrieb aufgrund der COVID-19-Pandemie immer wieder unterbrochen. Im Frühjahr 2020 spielt das Junge SchauSpielHaus unter Schutzmaßnahmen Open-Air-Vorstellungen im Heckentheater im Stadtpark.

Wiesendamm seit 2021

Im Sommer 2021 kommt das Junge SchauSpielHaus schließlich im neugebauten Theatergebäude in Barmbek an. Hier können zwei Bühnen bespielt werden: Die Große Bühne, die über eine Drehscheibe verfügt, und das Studio. Im Herbst 2021 wird der neue Spielort feierlich mit der Uraufführung von Making of Sophie Scholl (R: Klaus Schumacher) eröffnet, die das Publikum durch das gesamte Haus führt. 

Das theaterpädagogische Angebot und auch das Team vergrößern sich: Die partizipative Sparte SchauSpielRaum wird gegründet; Produktionen, in denen Kinder und Jugendliche auf der Bühne stehen, gehören nun fest zum Spielplan. Die Feriencamps YOUtopia und neue Spielclubs – die Theatertrainings – etablieren sich und auch das Schultheaterfestival FLEX ist ab jetzt zu Gast im Jungen SchauSpielHaus. 

Im Rahmen des jährlichen Postgraduierten-Projekts in Kooperation mit der Theaterakademie erhalten Regieabsolvent*innen die Möglichkeit, eine Inszenierung am Jungen SchauSpielHaus zu verwirklichen. Das erste Projekt ist Out There von Dominique Enz. Der Text von Stanislava Jević, der nach einer Idee von Dominique Enz entsteht, wird 2023 mit dem Jugendstückepreis beim Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet und zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

Preise

Deutscher Theaterpreis DER FAUST für Beste Regie Kinder- und Jugendtheater

Klaus Schumacher für Mutter Afrika von Ad de Bont (2006) 

Kristo Šagor für Törleß nach Robert Musil (2008)

Barbara Bürk für Alice im Wunderland nach Lewis Carroll (2012)

 

Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 

Klaus Schumacher für Mutter Afrika von Ad de Bont (2006)

Alexander Riemenschneider für Von Mäusen und Menschen von John Steinbeck (2010)

 

Boy-Gobert-Preis als beste Nachwuchsschauspieler*in

Julia Nachtmann (2006)

Thorsten Hierse (2010)

Payam Yazdani (2025)

 

Einladung zum Festival Augenblick Mal! in Berlin

Sagt Lila von Chimo (R: Daniel Wahl, 2007)

Das Buch von allen Dingen von Guus Kuijer bearbeitet von Thorsten Wilrodt (R: Barbara Bürk, 2011)

Alice im Wunderland nach Lewis Carroll (R: Barbara Bürk, 2013)

 

Preis beim Festival Hart am Wind

Wann gehen die wieder? von Gertrud Pigor nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Ute Krause (R: Gertrud Pigor, 2014)

Bambi: Eine Expedition in den Wald. Eine Stückentwicklung von Brigitte Dethier, Till Wiebel und Ensemble (R: Brigitte Dethier, 2026)

 

Einladung zu den Mülheimer Theatertagen

Über die Grenze ist es nur ein Schritt von Michael Müller (R: Johan Heß), ausgezeichnet mit dem Mülheimer KinderStückePreis (2011)

Out There von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz (R: Dominique Enz, 2023)

 

Weitere Auszeichnungen

Stiftungspreis Bibel und Kultur an Klaus Schumacher für seine Inszenierung Die Odyssee von Ad de Bont (2008) 

Jugendstückepreis des Heidelberger Stückemarkts für Out There von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz (2023)

Gastspiele

März 2007: Werkschau an der Schauburg München mit Mutter Afrika von Ad de Bont (R: Klaus Schumacher), NippleJesus von Nick Hornby (R: Konradin Kunze) und Sagt Lila von Chimo (R: Daniel Wahl)

Mai 2007: Einladung zum Festival Augenblick Mal! in Berlin mit Sagt Lila von Chimo (R: Daniel Wahl)

Juni 2007: Wiener Festwochen mit Die Odyssee von Ad de Bont (R: Klaus Schumacher)

April 2008: Playback Live von Klaus Schumacher unter Mitwirkung des Moks-Ensembles (R: Klaus Schumacher) beim Internationalen Kindertheaterfestival Küçük Hanımlar, Küçük Beyler (Kleine Damen, kleine Herren) in Ankara

Mai 2011: Einladung zum Festival Augenblick Mal! in Berlin mit Das Buch von allen Dingen von Guus Kuijer bearbeitet von Thorsten Wilrodt (R: Barbara Bürk)

Februar 2012: Einladung zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen mit Die Gerechten von Albert Camus (R: Alexander Riemenschneider)

April 2013: Einladung zum Festival Augenblick Mal! in Berlin mit Alice im Wunderland nach Lewis Carroll (R: Barbara Bürk)

Mai 2023: Einladung zum Heidelberger Stückemarkt mit Out There von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz (R: Dominique Enz), Auszeichnung mit dem Jugendstückepreis

Mai 2024: Einladung zu den Mülheimer Theatertagen mit Out There von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz (R: Dominique Enz)

Mai 2024: Einladung zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen mit Liebe Grüße … oder Wohin das Leben fällt von Theo Fransz (R: Riccarda Russo)

Juni 2024: Einladung zum Theatertreffen der Jugend im Haus der Berliner Festspiele mit Epic Fail Eine SchauSpielRaum-Produktion frei nach dem Kassandra-Mythos und anderen Geschichten des Scheiterns (R: Yeşim Nela Keim Schaub und Lisa Pottstock) 

Außerdem gastierte das Junge SchauSpielHaus in Aurich, Berlin, Bremen, Bremerhaven, Erlangen, Frankfurt/Oder, Göttingen, Graz, Hannover, Hildesheim, Kiel, Landsberg am Lech, Leipzig, Leverkusen, Linz, Ludwigshafen, München, Nürnberg, Oldenburg, Prag, Recklinghausen, Siegen, Stuttgart, Wiesbaden, Winterthur, Wolfenbüttel und Zürich.