Jugend ohne Gott
in einer Fassung von Hermann Book und Sonja Szillinsky
„Es kommen kalte Zeiten, das Zeitalter der Fische. Da wird die Seele des Menschen unbeweglich wie das Antlitz eines Fisches.“ Ein Lehrer beobachtet, wie sich die menschenverachtende NS-Ideologie bei seinen Schülern verfestigt. Seine eigene Überzeugung – dass allen Menschen gleiche Rechte zustehen sollten – findet in diesem totalitären Regime keinen Platz. Dadurch gerät er zunehmend in Konflikte, die ihn immer wieder vor die Wahl zwischen Anpassung und Widerspruch stellen.
Als der Lehrer seine Klasse zu einem vormilitärischen Zeltlager in die Berge begleiten muss, das zur Kriegstüchtigkeit der Jugendlichen beitragen soll, kommt es zur Katastrophe: Ein Schüler wird ermordet aufgefunden und es beginnt eine Kriminalgeschichte, in deren Verlauf Fragen von Schuld, Verantwortung und Aufrichtigkeit verhandelt werden. Der Druck auf den Lehrer steigt, denn es gibt etwas, das er verschweigt.
Ödön von Horváths Roman erscheint 1937 in einem Exilverlag und wird von den Nationalsozialisten umgehend verboten. Er beschreibt eine Gesellschaft, die sich auf Härte und Gehorsam gründet und deren Wahrheitsbegriff vom System vorgegeben wird. Schauspieler Hermann Book und Regisseur Klaus Schumacher nähern sich in einem eindringlichen Monolog der Perspektive des Lehrers, einer ambivalenten Figur, die zwischen Mitläufertum und dem Wunsch, nach eigenen Wertvorstellungen zu handeln, schwankt.
Empfohlen für die Klassenstufen 9-13